Das Verb ist Chef im Satz auch bei 38 Grad

Die achtjährige Emma weiß ganz genau, warum sie im Deutschsommer  ist. „Ich möchte Sängerin werden“, erzählt sie. „Und wenn ich Lieder schreibe, muss ich auch gut Deutsch können.“ Emma ist eins von 56 Kindern aus ganz Münster, die am Deutschsommer 2019 der Stiftung Mitmachkinder teilnehmen. Die Kinder sind aus über 20 Grundschulen. Insgesamt sind im Deutschsommer mehr als 20 verschiedene Nationen vertreten.

„Die Kinder sind oft schon hier geboren, aber die Eltern kommen aus der ganzen Welt“, erklärt die Leiterin vom Deutschsommer, Martina Kreimann. „Sie kommen zum Beispiel aus Nigeria und Ghana, aus Ägypten und Marokko, aus Sri Lanka und Vietnam, Russland oder Afghanistan. Aber der Deutschsommer richtet sich genauso an Kinder ohne Migrationsvorgeschichte.“

Der Deutschsommer jedenfalls ist schon seit einer Woche in vollem Gange. 30 Mädchen und 26 Jungen üben insgesamt drei Wochen lang Sätze, Wörter und Zeiten. Deutschfachkräfte, Theaterpädagogen und Sozialpädagogen arbeiten beim Deutschsommer Hand in Hand. Denn Deutsch soll nicht nur gelesen und geschrieben, sondern auch gesprochen werden. Dafür eignet sich natürlich Theater besonders gut.

Die Sommerhitze hat in dieser Woche voll zugeschlagen. Kinder wie Teamer kamen ganz schön ins Schwitzen. „Der Unterricht ist bei den Temperaturen natürlich eine Herausforderung“, erzählt Lehramtsstudentin Angelique Schröder, die mit im Deutschsommer-Team ist. „Aber wir haben kleine Lerngruppen und große Klassenräume.“ Außerdem wird im Deutschsommer viel Wert auf spielerisches Lernen gelegt. Da gibt es dann zum Beispiel das Spiel mit dem Verb, das immer Chef im Satz ist. „Das macht den Kindern auch bei 38 Grad Spaß“, ergänzt Kreimann. „Lesegrundlage im Deutschsommer ist übrigens das Buch Ronja Räubertochter. Und mit diesem Buch kann das Lernen ja sowieso nur spannend sein.“

An der „Deutschsommer-Frischetanke“ gibt es den ganzen Tag immer frisches Obst und viel Wasser. Nachmittags geht es im Deutschsommer dann um Bewegung, Auszeitnehmen beim Lesen oder eine Räuber-Foto AG. „Bei gefühlten 40 Grad haben wir das Nachmittagsprogramm aber voll auf Wasser umgestellt“, erzählt Kreimann.  „Wir machen dann zum Beispiel Schwammstaffeln oder Wasserwettschaufeln. Unser Deutschsommer-Team ist da sehr kreativ!“

Lernen im Deutschsommer geht auch wenn`s warm ist.